Man kennt das ja: Wenn Männer und Alkohol zusammentreffen, ist eine der häufigsten Konsequenzen, dass der Bezug zur Realität etwas leidet, die Ankündigungen von großen Vorhaben jegliches Maß verlieren und die Taten der Vergangenheit in heroische Dimensionen gelobt werden.
So oder so ähnlich hat es auch mit “Schwarz-Weiß Münster” begonnen. In irgendeiner bierseligen Runde, zwischen Prahlereien über die Meisterschaft als Trainer der D-Jugend in der Saison 1988 / 89 und der Ankündigung, in absehbarer Zeit mal den Mount Everest ohne Sauerstoffmaske und Vorbereitung besteigen zu wollen, wurde es geboren, ein weiteres geistiges Kind männlicher Phantasie-Eskalationen: “Lass uns doch einen eigenen Fußballverein gründen!”, hallte es durch den Raum, und es war passiert: Die Verschmelzung von Wunschgedanken-Samenfaden und Entschlossenheits-Eizelle. Der Gedankenfötus war da.
Doch wie oft ist ein ungeborener Plan bereits am nächsten Morgen durch zwei schnell eingeworfene Alka-Selzer abgetrieben worden? Doch diese Idee hatte einen unaufhaltsamen Lebenswillen. Von nun an spukte sie immer wieder in verschiedenen Köpfen herum. Und sogar ohne Alkohol fand sie ihren Weg in das Sprachzentrum einiger Beteiligter, die nun erste ernsthafte Überlegungen anstellten, diesen Schritt wirklich zu gehen.
Man war sich auch schon einig: “Schwarz-Weiß Münster” sollte der Verein heißen. Hintergrund war der Bezug vieler Beteiligter zur gemeinsamen Vergangenheit beim ESV Münster. Und dessen Vereinsfarben sind ebenfalls schwarz und weiß.
Und so gab es ein erstes Treffen. In meiner bescheidenen Vier-Zimmer- Wohnung am Norderneyweg in Münster trafen wir uns an einem Wochentag im November 2006, um mal ernsthaft über die Gründung des Vereins zu sprechen. Trotz aller Bemühungen, Pro und Contra sorgfältig abzuwägen und die Machbarkeit ernsthaft zu diskutieren, entflammte an diesem Abend eine Euphorie und Entschlossenheit, die in der Geschichte der Menschheit schon Dinge wie die Chinesische Mauer, die Französische Revolution oder das Aufräumen von Stefan Bierchers Appartement ermöglicht haben.
Ja. Man wollte es anpacken. Der Gedanke “Schwarz-Weiß Münster” sollte weiter heranwachsen, und mit vereinten Kräften bereitete man sich nunmehr auf die Geburt vor.
Nach einigen Wochen intensiver Vorbereitung war es dann am 9. Januar 2007 so weit: Im Ratskeller des Prinzipalmarktes zu Münster kam ein gesunder und kräftiger Junge auf die Welt und brüllte nach Leibeskräften seinen Willen zum Wachsen und Erfolg heraus.
Die Väter, Michael Reismann, Thomas Plischke, Dirk Albrecht, Klaus Hermann, Ingo Reismann, Vito Pasquariello, Daniel Hirschfeld, Stefan Biercher und Marcel Hirschfeld, stießen gebührend auf dieses Jubelereignis an und schworen sich darauf ein, dem Jungen zur Seite zu stehen und dafür zu sorgen, dass er ein fröhliches, erfolgreiches und langes Leben vor sich hat.